Berichte
Wie sieht es mit deiner Wachsamkeit aus?Samstag, 28.02.2009
Bückeburg. Bischof Michael Eberle besuchte am Mittwoch, dem 25.02.2009, die Gemeinde Bückeburg. Als Grundlage diente ein Wort aus Markus 13, Vers 37:
Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet!
„Heute Abend ist wohl ein jeder mit einer gewissen Erwartung ins Haus Gottes gekommen“, so Bischof Eberle. „Ein jeder möge Gemeinschaft mit Gott erleben. Gott schenke uns wieder Mut, so dass wir freudigen Mutes und mit der Gewissheit, der Herr ist mit uns, diesen Ort wieder verlassen können“.
Hinweisend auf Hiob, dem sein Freund Eliphas gesagt habe: Ist nicht deine Gottesfurcht dein Trost, deine Hoffnung die Unsträflichkeit deiner Wege? (Hiob 4, 6), erwähnte der Bischof, dass auch unser Trost und die Hoffnung verstärkt würde durch Gottesfurcht. Wir seien in Gottes Hand geborgen und seine Nähe schaffe Trost. Wenn wir in Unsträflichkeit unsere Wege ziehen, würden wir
- uns nicht vom Herrn abwenden,
- uns die Gottesfurcht bewahren,
- die Sünde meiden.
Wachsamkeit sei eine sicherheitsrelevante Angelegenheit. Wir sollten uns immer fragen:
- wie sieht es in deiner Seele aus,
- wie stehst du im Werke Gottes,
- wie gehe ich mit dem Wort Gottes um.
Von Josef könnten wir lesen, dass er in der größten Bedrängnis wachsam war und nicht in die Sünde willigte (1. Mose 39, 9). Auch wir sollten uns bemühen, zu erkennen, was gut und böse sei. Die Selbstkontrolle sei nicht einfach, davon hinge aber eine gesegnete Entwicklung ab. Der in uns wohnende Heilige Geist sei ein „stiller Mahner“.
Ein großes Vorbild sei auch Jesu gewesen. Er widerstand den Versuchungen des Teufels. „Nehmen wir dieses Bild in unseren Mittelpunkt und eifern wir Jesu nach“, so der Rat des Bischofs. Lassen wir uns nicht auf eine Tauschaktion ein, sonst könnten wir plötzlich mit leeren Händen, wie in der Kindergeschichte vom „Hans im Glück“ erwähnt, dastehen.
Judas, der in der Nähe Jesu war, entfernte sich innerlich immer weiter von ihm. Hier habe die Selbstkontrolle versagt. Auch Petrus sei einmal schwach geworden und sein Glaube sei gesunken, doch habe Jesu sein Herz angesehen.
Der Bischof gab den Hinweis, immer wieder Selbstkontrolle zu üben und sich zu überprüfen. Dazu stellte er die Frage:„Wie hälst du es mit
dem Gottesdienst?“
Sind es nur schöne Stunden oder bewirkt er Änderungen bei dir?
dem Gebet?“
Hat es noch einen gewissen Tiefgang? Verspürst du Kraft daraus?
der Gemeinschaft?“
Stehst du am Rand oder bringst du deine Gaben und Kräfte ein“
dem Abendmahl?“
Erlebst du noch, wie der Herr segnet und deine Schulden tilgt?
der Verheißung?“
Ist sie noch lebendig, treibt sie dich noch an oder ist sie in den Hintergrund getreten?
dem Mitleid?“
Wie sieht sie aus zu Bruder und Schwester, zu Nachbarn und Kollegen, zu den Seelen in der Ewigkeit. Zeige tätiges Mitleid.
Evangelist Thomas Wiktor erwähnte in seinem Wortbeitrag, dass die Liebe, die Gottesfurcht und der Glaube bei uns immer wieder neu belebt werden müsse. Wenn wir unsere Liebe nutzen, so könne daraus miteinander und untereinander mehr werden. Er erzählte dazu ein Erleben von der Insel Borkum. Dort seien viele Stände aufgebaut und die Verkäufer würden ihre Waren alle zum gleichen Preis und in der gleichen Menge anbieten. Bis auf eine Ausnahme. Beim letzten Stand würde der Zusatz stehen: „Mit Liebe gemacht“. Hier könne man feststellen, dass zum verkauften Teil immer etwas mehr, also aus Liebe heraus, gegeben würde.
„Habe auch Mitleid“, so der Evangelist. Ein Bruder, der im Gefängnis saß, hätte den Ausspruch getan: „Ich habe nicht geglaubt, dass mich hier jemand besucht“. In bezug auf den kommenden Entschlafenen-Gedenksonntag gab er den Rat, auch an die zu denken und in der Fürbitte einzutreten, die in den Ewigkeits-Gefängnissen auf einen Besuch warten und herausgeführt werden möchten.
Bezirksälteste Raimund Knoll ging in seinem Mitdienen darauf ein, dass es beim Wachen wichtig sei, auch den Hintergrund zu erkennen. An einem Beispiel erklärte er, dass man eine Speise essen, aber auch genießen könne. Schnell werde etwas zu selbstverständlich.
Das gelte auch für das Wachen. Es sei wichtig, alles genau zu betrachten und darauf zu achten, wie wir damit umgingen.
Bischof Eberle ging zum Abschluss des Gottesdienstes auf das Abendmahl ein und erwähnte, dass wir nichts davon hätten, wenn wir nur auf die Fehler und Schwächen der anderen schauten. Wichtig sei es, dass wir uns unter der angebotenen Gnade Gottes änderten.
khb / rs